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Oldsmobile Dynamic 88 — 19.990,- € FP

Zum Verkauf steht ein Oldsmobile Dynamic 88, Baujahr 1959, viertürige Bubble Top-Ausführung: Das Auto ist mit seiner Breite von 2,05 Metern und einer Länge von 5,55 Metern eine echte Erscheinung und verkörpert mit seinem markanten Design den Geist der späten 1950er-Jahre. Insbesondere das einmalige Heck mit hochgesetzten, oval auslaufenden Heckflossenleuchten macht aus dem Fahrzeug einen ikonischen Klassiker, der es auch in diverse Filme und Serien geschafft hat (zum Beispiel als Kundenfahrzeug des Diners in „American Graffiti“, als erstes Auto von Don Draper in „Mad Men“).

Das Auto verfügt über eine Zweifarblackierung in Creme und Hellbraun und bringt diese technischen Daten und Feinheiten mit:

  • 371 CUI V8-Motor (6,1 Liter, ca. 275 PS)
  • Leergewicht knapp 2 Tonnen
  • Servolenkung
  • Power Breaks (Bremskraftverstärker)
  • 3-Gang-Automatikgetriebe
  • Bandtacho mit Farbwechsel bei 35 / 65 mph (von Grün nach Orange nach Rot)
  • Two-Barrel-Vergaser
  • Doppel-Auspuffanlage
  • Zugelassen für sechs Personen dank Sitzbank vorne und hinten
  • Rückstellautomatik für Scheibenwischer

Das Auto ist KEIN Showcar, aber kommt mit hervorragender Substanz und ist voll fahrtauglich. Verkauft wird die alte Dame nur, weil ich noch ein anderes US Car (1971er Chrysler Three Hundred Coupe) habe und mich nicht gebührend um BEIDE Fahrzeuge kümmern kann – dies ist also kein Notverkauf. Hier eine ausführliche Beschreibung des Fahrzeugs nach bestem Wissen und Gewissen:

Bildergalerie zum Auto

Geschichte & vorhandene Dokumente

Das Fahrzeug stammt aus dem General Motors-Werk in Lansing, Michigan, und wurde im September 1959 erstmals in Pittsfield, Massachusetts zugelassen (Verkaufseintrag des Autohauses in vorliegenden Originalbesitzer-Papieren nachvollziehbar) und ging danach wohl durch einige Hände (Historie leider nicht vollständig nachvollziehbar). Das Auto wurde dann im Mai 2017 in Kalifornien (Kopie des title liegt vor, das Auto war in Palmdale zugelassen bis 2011) an den deutschen Importeur verkauft. Nach Import wurde das Fahrzeug umfangreich überholt und erstmals im März 2018 in Deutschland zugelassen. Seit August 2018 ist das Auto auf mich zugelassen – zunächst wurde das Auto mit H-Kennzeichen bewegt, seit 2019 läuft es auf roter 07er-Nummer, die HU ist also inzwischen abgelaufen.

Vorhanden sind sowohl das Oldtimergutachten, der deutsche Fahrzeugbrief sowie der für die Wiederzulassung benötigte Fahrzeugschein. Ein Wertgutachten von 2018 liegt ebenfalls vor mit einem seinerzeit bescheinigten Wiederbeschaffungswert von 24.000 €. Aktuell werden vergleichbare Fahrzeuge im US-Markt für um die 30.000 US-Dollar gehandelt.

Allgemeiner Zustand des Fahrzeugs

Das Auto hat einen Meilentacho-Stand von rund 62.000 Meilen (das dürfte aber eher die 2. Runde sein – das Auto wird dieses Jahr immerhin 65 Jahre alt). Der Olds fährt und schaltet einwandfrei und wird gelegentlich bewegt, springt einwandfrei an und tut auch sonst, was er soll.

Grundsätzlich wurde das Fahrzeug in den vergangenen sechs Jahren konsequent gewartet und repariert und befindet sich in einem insgesamt guten Zustand. Unter anderem wurden neben der üblichen Wartung wie Bremsen, Schmieren und jährlicher Ölwechsel folgende Arbeiten umgesetzt:

  • Erneuerung Bremskraftverstärker (Tausch gegen überholtes Originalteil)
  • Tausch Querlenker rechts unten
  • Tausch aller Kreuzgelenke der Antriebswelle
  • Erneuerung Seilzug für Emergency Break (Feststellbremse)
  • Erneuerung bzw. Überholung Radbremszylinder vorne
  • Erneuerung und Justierung Laderegler (elektromechanisch)
  • Tausch Radlager vorne rechts
  • Neues Kühlernetz, Tausch Thermostat, neue Kühlwasserschläuche, zusätzlicher Getriebeölkühler
  • Einbau Temperatursensor Kühlwasser mit Instrument im Innenraum
  • Original-Lichtmaschine wurde überholt (gereinigt, neue Kohlen)
  • Restaurierung des Heckscheibenrahmens (Ausbau Heckscheibe,  umfassende Reinigung und Entrostung des Rahmens, Einschweißen eines ca. 10 cm langen Reparaturblechstreifens, Rostvorsorge, Lackieren, neue Fensterdichtung & professioneller Einbau Heckscheibe)

Zudem wurde das Fahrzeug durch Anbau / Einbau von Zubehör optisch verändert:

  • Aftermarket Fender Skirts in creme (Glasfasernachbildung des Originals, ergänzt mit Buick-Stars)
  • Installation zweistufiger Metalllüfter auf Armaturenbrett
  • Rückstandslos rückbaubares „Tijuana Tuning“ innen mit Flokati-Abdeckung für Armaturenbrett und Heckablage, Troddelbordüre am Headliner, „Dia de los muertos“-Figuren, Sugar Skull auf vorderer Stoßstange und Santa Muerte auf der Hutablage (jeweils rote LED zuschaltbar), LED-Lichterkette „Skulls“ im Fond, mexikanische Decken auf vorderer und hinterer Sitzbank, passende Kissen mit Madonnenmotiv auf der Rückbank

Aktueller technischer Zustand

Das Auto fährt, schaltet und bremst gut, verbraucht so gut wie kein Öl usw., könnte aber etwas Zuwendung brauchen, um wieder in Topform zu kommen. Folgende Punkte sind mir bekannt:

  • Leichter Ölverlust am Getriebe: Meines Erachtens drückt am Eingang der Tachowelle bei Überfüllung des Getriebeölstands etwas raus. Das Auto wurde jedoch nie mit zu wenig oder altem Getriebeöl betrieben, ist also kein Problem.
  • Lack nicht besonders gut: Vorweg muss ich gleich klarstellen, dass das NICHT der Originallack ist: Die vorhandene Zweifarblackierung weicht von dem ab, was da wohl ab Werk drauf war (das dürfte ein Kupferton mit Weiß als Kombination gewesen sein). Das Weiß-Braun, das heute auf dem Auto drauf ist, wurde offenbar irgendwann mal “US-typisch” aufgebracht. Teilweise wurde hier auch die eine oder andere Zierleiste mit angepinselt (nicht viel, aber sichtbar). Auf der Motorhaube ist ein größerer Steinschlag mit Abplatzer vorhanden.
    Zudem wurde der Lack beim Abziehen von Klebeband (damit war die Behelfsrückscheibe vom Autoglaser fixiert worden) an einer Stelle auf dem Kofferraumdeckel beschädigt (= mit abgezogen). Hier wurde grundiert und mit ähnlicher Farbe nachlackiert, sieht aber nicht doll aus. Grundsätzlich würde ich das als „Drei-Meter-Lackierung“ bezeichnen: Aus 3 Metern Entfernung sieht das Auto sensationell aus. 😉
    Es besteht also kein unmittelbarer Handlungsbedarf, es gibt zudem keinen feststellbaren Rost (auch / insbesondere nicht am Rahmen).
  • Reifen sollten getauscht werden, die sind inzwischen etwas in die Jahre gekommen.
  • Die Trommelbremse reagiert – auch bauartbedingt – etwas giftig. Erst kommt wenig, dann packt sie – auch dank überholtem Bremskraftverstärker – voll zu und blockiert gerne mal die Räder. Man muss also mit Gefühl dran.
  • Insbesondere mit laufendem Motor im Stau herumstehen bei sommerlichen Temperaturen kann dazu führen, dass es dem Auto etwas warm wird – die gemessene Temperatur zwischen Block und Kühler bewegt sich zwischen 80 und 95 Grad, also im Normalbereich. Im Fahrbetrieb bleibt die Temperatur zwischen 80 und 85 Grad. Es ist ein zuschaltbarer Zusatzlüfter verbaut, zudem habe ich einen behelfsmäßigen Shroud zur Verbesserung der Lüfterleistung eingebaut, der Motor wurde in den vergangenen Jahren von mir mehrmals gespült. Wirklich kritische Temperaturen wurden bisher nicht erreicht.
  • Heizung und Lüftungssteuerung sind aktuell außer Funktion: Der Wärmetauscher der Heizung ist undicht und stillgelegt, seit ich das Auto übernommen habe. Da ich aber damit ohnehin nicht in der kalten Jahreszeit fahre, war mir das egal. Die Lüftungssteuerung habe ich ebenfalls nicht angefasst, da es sich hier um eine Unterdrucklösung handelt und ich der Einfachheit halber lieber die Fenster heruntergekurbelt / schräggestellt habe, als unter dem Armaturenbrett herumzubasteln.
  • Riss in Sitzfläche hinten rechts: Der sonst noch recht gute Originalstoff der Sitzbänke ist leider hinten rechts eingerissen (deshalb auch die Abdeckung mit mexikanischen Decken). Meines Wissens kann man diesen Stoff nachkaufen, allerdings ist das ein recht teurer Spaß.
  • Leicht verzogene Stoßstange auf der Fahrerseite: Hier wurde offenbar mal der Original-Wagenheber falsch angesetzt, was dazu geführt hat, dass die Stoßstange und auch der Grill minimal nach oben verzogen sind. Sieht man nur, wenn man’s weiß, lässt sich mit etwas Geschick wieder zurückformen. Ich fand es kaum auffällig und habe daher die Finger davongelassen.
  • Die Elektrik sollte irgendwann mal angeschaut werden: Im Lauf der Jahrzehnte wurde an der Verkabelung des Fahrzeugs eben gebastelt. Ich selbst habe dafür kein Händchen und lasse deshalb lieber die Finger davon. Was aktuell nicht (gut) funktioniert sind diese Punkte:
    • Die Tankuhr zeigt etwas lustlos den Pegel an und ist nicht besonders exakt. Sie sagt aber Bescheid, wenn der Sprit zur Neige geht.
    • Die Warnleuchten für Ladekontrolle und Temperatur (“Hot” bzw “Cold”) im Armaturenbrett tun es nicht. Insbesondere die Temperaturanzeige ist aber durch eine inzwischen nachgerüstete Messuhr sowieso besser gelöst.
    • Teile der Fußraumbeleuchtung sind stillgelegt.

In Summe geht es hier also um wirkliche Kleinigkeiten, die auch ohne großen finanziellen Aufwand zu erledigen sind. Ansonsten ist das Auto in einem guten, altersgerechten Zustand: Der Chrom der Stoßstangen ist nicht mehr der beste, die Zierleisten sind ebenso mit Gebrauchsspuren versehen wie auch die Scheiben (Wischerspuren auf der Windschutzscheibe, kleine Blasen und minimale Kantenunschönheiten an den Fenstern – keine Risse oder sich lösende Verbundfolie, alles prima). Nach 65 Jahren ist das aber auch zu erwarten. Die Innenausstattung ist vollständig und in gutem Zustand (bis auf den bereits erwähnten Riss im Polster hinten rechts, also z. B. keine Risse im Armaturenbrett usw.). Das Auto stand die letzten sechs Jahre ausschließlich in trockener Garage und wurde nicht bei Regen / Schnee / Salz rausgeholt, entsprechend ist auch rostseitig nichts los.

Mitgelieferte Teile

Da ich für das Auto immer mal wieder „auf Vorrat“ eingekauft habe, sind noch jede Menge Verschleißteile und Tauschteile vorhanden, die mit dem Auto mitgegeben werden. Unter anderem habe ich diese Teile dabei:

  • Etliche Thermostatdichtungen
  • Birnchen (auch für Instrumententafel)
  • Neue Radbremszylinder vorne / hinten
  • Etliche Bremsbelagsätze mit Zubehör wie Federn und Klammern
  • Digitalisiertes Original-Reparatur-/Werkstatthandbuch (SEHR hilfreich, mit allen Einstellmaßen, Sonderwerkzeug-Abbildungen und wirklich ausführlichen Reparaturanleitungen für so gut wie alles am Auto)
  • Zusätzlicher Satz Radkappen von einem Mercury (montiert sind aktuell die originalen Radkappen)
  • Zusätzlicher Endtopf: Der Vorbesitzer hat zugunsten des Sounds noch einen anderen Auspufftopf installiert, der kaum gebrauchte, vorher installierte wird mitgegeben.

Das Auto kann nach Absprache besichtigt und Probe gefahren werden. Bitte Führerschein und Ausweis mitbringen.

Der genannte Preis ist zwar Verhandlungsbasis, die zu erledigenden Arbeiten sind da aber schon mit reingerechnet. Bitte also keine Reifentreter ohne Ahnung, Probefahrttouristen und „Was ist letzte Preis“-Anhänger: Ich MUSS das Auto nicht verkaufen. Ich suche vielmehr einen guten Platz dafür. Überzeugt mich einfach, dann geht am Preis auch noch ein bisschen was. 😉

Weitere Infos gern auch unter +491515 6065416 oder per Mail unter ralph.gravenstein@punkybusiness.de.

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